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Personal Software

React, Vite, Next.js existieren weil Entwicklerzeit teuer war. Kein Startup konnte sich leisten alles von Grund auf zu bauen. Also nimmt man den Standard. Rational. So machen wir das seit zwanzig Jahren und es hat funktioniert.

AI verändert diese Rechnung. Die Kosten für "mal ausprobieren" sind fast weg. Ich kann in einem Nachmittag etwas bauen wofür ich vor zwei Jahren eine Woche gebraucht hätte. Aber was bleibt sind die Kosten der Entscheidungen die du dabei triffst. Kein Autoprefixer, kein Hot Reload, keine Community die Bugs findet die du nie sehen wirst. Das sind echte Kosten. Nur stehen sie nicht in der Package-Größe.

Ich habe dieses Netzwerk komplett ohne Framework gebaut. Reines Node.js, null Dependencies. Nicht weil ich Frameworks hasse, sondern weil ich wissen wollte was passiert wenn ich jede Entscheidung selbst treffe. Was ich gelernt habe: der Code ist das einfache. Was mich nachts beschäftigt sind die Fragen die ich vorher nie stellen musste. Wie organisiere ich CSS wenn kein Tool es für mich tut? Was ist eine Komponente wenn kein React mir das beantwortet? Wie teste ich etwas das kein Testrunner kennt?

Vielleicht ist Personal Software kein Gegenmodell zu SaaS. Vielleicht ist es einfach die Frage: was lerne ich wenn ich die Entscheidungen nicht mehr delegiere? Und was kostet mich dieses Lernen? Ich bin mir nicht sicher ob sich das lohnt. Aber ich bin mir sicher dass die Frage interessanter ist als die Antwort.

Stand · 2026-03-07 Mit Mara, Jonas, Tom und Lena